Alte und kranke Fundtiere belasten zunehmend Tierheime

In den vergangenen Monaten beobachten die Tierheime und auch die BDT-Tierherberge in Kamp-Lintfort eine starke Zunahme der Zahl der Abgabe- und Fundtiere. Besonders kranke und alte Tiere werden aufgegriffen oder abgegeben. Viele Halter können sich offensichtlich die stark gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr leisten.

Während Tierheime traditionell häufig mit Fundtieren oder jüngeren Abgabetieren konfrontiert sind, zeigt sich aktuell ein klarer Trend: Der Anteil älterer Hunde und Katzen sowie von Tieren mit gesundheitlichen Einschränkungen hat spürbar zugenommen. Ein großer Teil der neu aufgenommenen Tiere befindet sich mittlerweile im fortgeschrittenen Alter. Viele dieser Tiere haben zuvor über Jahre hinweg in familiären Haushalten gelebt und müssen nun aus unterschiedlichen Gründen abgegeben werden.

Zu den häufigsten Ursachen zählen gesundheitliche Veränderungen bei den Haltern. Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit oder der Umzug in betreute Wohnformen führen dazu, dass eine Tierhaltung nicht mehr möglich ist. Auch Todesfälle von Tierhaltern spielen eine zunehmende Rolle. Neben dem höheren Alter vieler Tiere fällt auf, dass vermehrt Hunde oder Katzen mit bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen aufgenommen werden. Bei vielen der Tiere zeigen sich chronische Erkrankungen. Altersbedingte Probleme des Bewegungsapparates, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen sind keine Seltenheit. Für Tierheime bedeutet dies nicht nur einen erhöhten Pflegeaufwand, sondern auch eine intensivere tierärztliche Betreuung mit entsprechenden Kosten.

In einer Umfrage gaben fast 80 Prozent der Tierschutzeinrichtungen an, die Kosten seien seit 2022 um 30 bis 50 Prozent gestiegen, teils auch mehr. Am 22. November 2022 war eine neue Gebührenordnung der Tierärzte in Kraft getreten. Etwa 60 Prozent der Tierheime gaben demnach zudem an, dass sie immer häufiger Fundtiere aufnehmen müssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden.

Immer häufiger berichten Halter, dass sie notwendige Behandlungen oder Operationen nicht mehr finanzieren können. In solchen Situationen wird die Abgabe an ein Tierheim oftmals als letzter Ausweg gesehen, um eine weitere Versorgung des Tieres sicherzustellen. Eine Belastung für die Tierheime, die ohnehin schon mit steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen zu kämpfen haben.

An der Kostenschraube lässt sich bei allen Sparmaßnahmen kaum etwas ändern. Also bleibt nur die immer wiederkehrende Bitte um Hilfe und Unterstützung. Die Tiere brauchen uns Menschen und ihre Hilfe. Jede Spende, jeder Euro zählt:
Bund Deutscher Tierfreunde e.V.
Volksbank Niederrhein
IBAN DE44 3546 1106 0128 7840 20
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